3 Meilensteine guter Kommunikation

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Inhaltsübersicht

Meilenstein 1: Verstehen

Effektive Kommunikation ermöglichen

Eine der größten Herausforderungen in der zwischenmenschlichen Interaktion ist es, eine echte Verständigung zu erreichen. Zu oft gehen Botschaften verloren oder werden missverstanden. Wir neigen dazu, Dinge aus unserer eigenen Perspektive zu sehen und zu übersehen, dass andere einen anderen Erfahrungshintergrund und Bezugsrahmen haben. Effektive Kommunikation erfordert daher, dass wir aktiv zuhören, Raum für Klärungen schaffen und uns bemühen, die Sichtweise des anderen nachzuvollziehen.Anstatt vorschnell Annahmen zu treffen, sollten wir offen für Rückfragen sein und ermutigen, Unklarheiten anzusprechen.
 
Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie Kommunikation funktioniert. Denn nur wenn wir eine gemeinsame Ausgangsbasis schaffen, auf der alle Beteiligten die Sachlage gleich verstehen, können wir produktiv zusammenarbeiten. Ein respektvoller Dialog, in dem jeder zu Wort kommen kann, ist der Schlüssel für gegenseitiges Verständnis. Indem wir einander aufmerksam zuhören und Perspektiven austauschen, bauen wir Brücken zwischen unterschiedlichen Standpunkten. So legen wir den Grundstein für eine vertrauensvolle und zielführende Zusammenarbeit.

Verschiedene Kommunikationsmodelle

Wenn wir gute Kommunikation im Unternehmen möglich machen wollen, müssen wir die verschiedenen Kommunikationsmodelle verstehen. Diese veranschaulichen die komplexen Vorgänge und Ebenen der zwischenmenschlichen Kommunikation. All diese Modelle zeigen: Kommunikation ist vielschichtig und störanfällig. Ein Verständnis der Modelle hilft, Missverständnisse zu vermeiden und effektiver zu kommunizieren.

Kommuniksationsmodelle, die du kennen solltest:

  • Das Sender-Empfänger-Modell von Shannon und Weaver zeigt den grundlegenden Ablauf: Eine Nachricht wird codiert, über einen Kanal übertragen und vom Empfänger decodiert.
  • Das Eisbergmodell verdeutlicht, dass der Großteil der Kommunikation unbewusst auf der Beziehungsebene stattfindet.
  • Das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun unterscheidet vier Botschaften: Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehung und Appell. Jeder Mensch sendet und empfängt diese vier Botschaften gleichzeitig.
  • Die Transaktionsanalyse nach Berne erklärt, wie wir in verschiedenen Ich-Zuständen (Eltern-, Erwachsenen- und Kindanteil) miteinander interagieren.
  • Watzlawicks Axiome besagen unter anderem, dass man nicht nicht kommunizieren kann und jede Kommunikation einen Inhalts- und Beziehungsaspekt hat.

7 Kommunikationsmodelle

Vielschichtigkeit der Kommunikation

Um Kommunikation gut zu verstehen, müssen wir uns über die unterschiedlichen Ausprägungen der Kommunikation und sowie der verschiedenen Ebenen bewusst sein. Wir kommunizieren optisch, sachlich, zwanglos, hören, sprechen, schreiben, nehmen wahr und unterhalten uns auf der Sach- oder Beziehungsebene. 

Ebenenen der Kommunikation
  • auf der sachlichen Ebene oder auf der persönlichen Ebene kommunizieren
  • benennen, auf welcher Ebene die Unterhaltung gerade stattfindet 
Sachebene

Austausch von Fakten und sachlichen Argumenten

Beziehungs-ebene

auf non-verbale Signale achten

Verbale Kommunikation

Austausch von Infos

Zuhören wollen

Sich öffnen für das Gesagte

Fakten vermitteln

individuelle Einstellung zum Gesagten

nonVerbale Kommunikation

Körper-sprache

Gestik

Mimik

Gefühle

Geruch

sprechende Gesichts-ausdrücke

ausdrucks-starker Augen-kontakt

Emotionen

Resonanz

PARAVERBALE KOMMUNIKATION

Stimme

Tonhöhe

Lautstärke

Aussprache

Sprech-pausen

Betonung

Stimm-führung

Stimm-farbe

Tempo

visuelle Kommunikation
  • visuelles Abbilden von Inhalten, Diskussionen, Mindmaps, Erkenntnissen jeder Art
  • eine Botschaft, die informiert, motiviert und anspricht
  • das Whiteboard ist der verlängerte Gedanke, der sichtbar gemacht wird

Bilder

Diagramm

Präsentation

Flow Chart

Video

Roadmap

Mindmap

Mapping Overview

Skizze

Schriftliche Kommunikation
  • durch einen roten Faden strukturieren
  • einen wertschätzenden Ton wahren
  • auf zentrale Aussagen fokussieren
  • Text formatieren und Absätze für bessere Lesbarkeit

förmlich

wohl überlegt schreiben

zwanglos formuliert

informie-rend

wenige Aussagen zur Zeit

Fokus

Das 3U Framework für wirkungsvolle Kommunikation

Effektive Kommunikation ist mehr als nur die Übermittlung von Informationen. Sie muss die Menschen auch emotional erreichen und persönlich ansprechen – das die Menschen aus der Kommunikation den Nutzen (what is in for me?) verstehen und erleben. 

Das 3U Framework von Prof. CB Bhattacharya bietet einen Ansatz, um Botschaften so zu gestalten, dass sie bei den Empfängern Verständnis, Relevanz und Verbundenheit erzeugen. In seinem Buch „Big Difference: Leveraging Corporate Sustainability to Drive Business and Societal Value“ zeigt Bhattacharya die Wirkung von Kommunikation über Corporate Responsibility Massnahmen auf das Business auf, wenn diese 3 Faktoren zusammen kommen:

  • Understanding (Verstehen) ist die Grundlage – die Kernbotschaft muss klar und nachvollziehbar vermittelt werden.
  • Usefulness (Nutzen) stellt die persönliche Relevanz her: Wie profitiere ich davon? Was bringt es mir? Nur wenn Menschen den Mehrwert für sich erkennen, werden sie einer Botschaft auch Aufmerksamkeit schenken.
  • Unity (Verbundenheit) schafft schließlich eine emotionale Bindung, indem Werte, Visionen und Ziele geteilt werden.

Durch diesen ganzheitlichen Ansatz spricht man Verstand und Gefühl gleichermaßen an. Die Empfänger fühlen sich nicht nur informiert, sondern verstanden, einbezogen und motiviert. So steigt die Bereitschaft, Botschaften anzunehmen und in die Tat umzusetzen.

3U-Framework

Das 3U Framework hilft, Kommunikation zielgerichtet und wirkungsvoll zu gestalten.

Business Purpose & Sustainability Ownership

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3U Framework (Understanding, Usefulness, Unity)

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Meilenstein 2: Bewusstsein schaffen

Selbstreflexion – Blick nach innen

Effektive Kommunikation beginnt mit einem Blick nach innen. Wir sind durch unsere Nervensysteme und Energiefelder miteinander verbunden – sowohl im virtuellen Raum als auch in Präsenz. Unsere inneren Zustände beeinflussen, wie wir wahrgenommen werden und wie unsere Botschaften ankommen. Daher ist die Kommunikation mit unserem Inneren entscheidend. Wie gehen wir mit Emotionen, Ängsten und Bedürfnissen um?

Je mehr Klarheit und Bewusstheit wir dafür entwickeln, desto authentischer und wirkungsvoller können wir nach außen kommunizieren. Unsere Körperhaltung, Tonlage und Wortwahl spiegeln wider, was in uns vorgeht. Durch Selbstreflexion und Achtsamkeit können wir lernen, Botschaften aus einer zentrierten, ruhigen Verfassung zu senden. So erhöhen wir die Chance, dass sie beim Gegenüber ankommen und Vertrauen und Verbindung entstehen. Effektive Kommunikation ist eine Reise nach innen und außen.

Verschiedene Denkpräferenzen kennen

Jeder Mensch hat unterschiedliche Denkpräferenzen. Manche bevorzugen analytisches, andere kreatives Denken. Effektive Kommunikation berücksichtigt dies und passt sich den vier Phasen des kreativen Denkprozesses an: Klarstellung der Ausgangslage, Ideengenerierung mit offenem Geist, Entwicklung und Auswahl vielversprechender Ideen und schließlich zielorientierte Umsetzung. Indem wir die individuellen Denkmuster verstehen, können wir Botschaften zielgruppengerecht gestalten und so das gegenseitige Verständnis fördern.

Die vier Phasen des Kreativen Denkprozesses

  1. Klarstellen
  2. Ideengenerierung
  3. Entwicklung
  4. Umsetzung
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Meilenstein 3: Mindset

Meine innere Haltung ist entscheidend

Eine offene und wertfreie Haltung ist der Schlüssel zu erfolgreicher Kommunikation. Anstatt mit Vorurteilen und Erwartungen in den Dialog zu gehen, sollten wir neugierig und unvoreingenommen zuhören. Wir zeigen Interesse an der anderen Perspektive und gehen respektvoll und unvoreingenommen auf neue Ideen ein. So können wir Brücken bauen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Diese offene innere Haltung ist entscheidend. Sie erlaubt uns, Kommunikation als Chance für Austausch und Wachstum zu sehen, anstatt mit Barrieren und Bewertungen zu blockieren. Offenheit und Wertschätzung sind der Baustein für vertrauensvolle Verbindungen und fruchtbare Dialoge. Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse, Erfahrungen und einen individuellen Wissensstand. Indem wir uns darauf einlassen, unser Gegenüber dort abzuholen, wo es gerade steht, schaffen wir eine Basis für gegenseitiges Verständnis.

Ein offenes Ohr für andere haben

Echtes Zuhören bedeutet, ein offenes Ohr für andere zu haben und aufrichtiges Interesse zu zeigen. Gemeinsam schaffen wir Verständnis, indem wir die Kommunikationsbedürfnisse aller kennen und berücksichtigen.

Ein offenes Ohr für andere zu haben bedeutet auch, aktiv und gut zuzuhören. Aktives Zuhören gilt für viele als die Basis jeglicher Kommunikation. Wir hören aktiv zu, wenn wir wertfrei und offen interessiert sind an der Meinung unseres Gegenübers – auch wenn wir anderer Meinung sind.

Jeder bekommt die Gelegenheit, verstanden zu werden. Mit der richtigen Intention hören wir einander zu und bauen Brücken des gegenseitigen Respekts. Wir nutzen gezielt Methoden, um in Kommunikationssituationen echtes Interesse zu signalisieren und eine offene, wertschätzende Atmosphäre zu schaffen:

  • aktives Zuhören
  • Nachfragen
  • Körpersprache
  • Nähe suchen
  • aktive Einbindung
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Claudia Zeimes, Coaching & Consulting, Transformations- & Projektbegleitung, Seminare & Trainings

„Zuhören funktioniert besonders gut, wenn wir uns Zeit nehmen für das Gespräch, trotz oft hektischem Alltag. Und wenn wir Raum geben, uns in das Gegenüber hineinversetzen können, die eigene Meinung nach hinten stellen und gezielte Fragen stellen. So kann Kommunikation so richtig gut gelingen.“

Aufrichtiges Interesse zeigen
  • Mit welcher Intention höre ich zu?
  • Kommunikationsbedürfnis aller kennen & berücksichtigen

Aufmerk-samkeit

Verstehen wollen

zuhören können

ausreden lassen

alle werden gehört

auf die Bedüfrnisse eingehen

sich Zeit nehmen

Feedback einholen

einfache Sprache

Gemeinsames Verständnis schaffen
  • alle bekommen Gelegenheit, zu verstehen
  • ich stelle mich ein auf die anderen Personen
  • Kommunikationsstil und -modus anpassen an Bedürfnise

verfügbare Information und Wissenstand beachten

mein Gegenüber da abholen, wo diese Person gerade steht

visuell unterstützend kommunizieren

die Auswahl des Tools und der Methoden

Eine Frage der Haltung: Mit Fragestellungen Impulse setzen

Wenn wir im Gespräch Antworten wollen, die tiefer gehen, dann müssen wir auch tiefer fragen. Und da wir, nach Watzlawick, nicht nicht kommunizieren können, senden unsere Fragen auch eigene implizite Botschaften. D.h. wir stellen dann gute Fragen, wenn Zeit und Raum passen, wir wertschätzend und erkundend formulieren und dabei auch notwendiges Fach- und Hintergrundwissen berücksichtigen.

Kompetentes Fragen – Fragekompetenz

Leadership-Coach Claudia Zeimes weiss aus eigener Erfahrung: Je nach Fragen, Ansatz und wie gefragt wird, gibt es andere Impulse in der Kommunikation.

  • Konkretisierungsfragen gehen ins Detail und schaffen ein tieferes Verständnis.
  • Mit Skalierungsfragen machen wir schwierige emotionale Themen besprechbarer, da wir sie auf eine Skalierung reduzieren können. Wir neutralisieren sie quasi etwas. Dadurch werden sie greifbarer.
  • Offene Fragen, die nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden können, öffnen Gesprächen und verbreitern die Gesprächsbasis. Dadurch kann auch mehr Beziehung entstehen.
  • Hypothetische Fragen führen zur Lösungsorientierung, und damit weg vom Problem. Sie aktivieren Ressourcen.
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Claudia Zeimes, Coaching & Consulting, Transformations- & Projektbegleitung, Seminare & Trainings

„Die Art, wie wir fragen, entscheidet über die Intensität und manchmal auch Richtung unserer Kommunikation in der Transformation. Die Kunst ist es, so zu fragen, dass sich, bildlich gesprochen, die Muschel öffnet und wir einen anderen Tiefgang im Gespräch bekommen. Unser Gegenüber fühlt sich dabei gehört, geschätzt und manchmal auch dadurch schon verstanden.“

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